Neues vom Arbeitsmarkt

Fünf Schritte für eine Gehaltserhöhung inmitten der Inflation - Business Insider Deutschland

Fünf Schritte für eine Gehaltserhöhung inmitten der Inflation  Business Insider Deutschland

Quelle: "Arbeitsmarkt" - Google News | 25 Sep 2022 | 19:46


Arbeitsmarkt Entwicklung: Welche Fähigkeiten machen Arbeitnehmer wettbewerbsfähig mit Robotern? - GRHeute

Arbeitsmarkt Entwicklung: Welche Fähigkeiten machen Arbeitnehmer wettbewerbsfähig mit Robotern?  GRHeute

Quelle: "Arbeitsmarkt" - Google News | 25 Sep 2022 | 16:31


Sieben Jobs, die kaum jemand machen will — die aber gut bezahlt sind

Laut der Arbeitgeber-Bewertungsplattform Kununu könnt ihr in manchen dieser Jobs bis zu 80.000 Euro jährlich verdienen.

Quelle: Jobs - BingNachrichten | 25 Sep 2022 | 14:47


Gespräche für 2023 begonnen - Budapester Zeitung

Gespräche für 2023 begonnen  Budapester Zeitung

Quelle: "Arbeitsmarkt" - Google News | 25 Sep 2022 | 11:30


300.000 Analphabeten in Berlin: Verein „Lesen und Schreiben“ kämpft gegen Stigmatisierung – und vermittelt Jobs

Fünf Lehrkräfte unterrichten bei „Lesen und Schreiben“ 30 erwachsene Analphabeten. Nicht nur Lernen steht im Fokus – sondern auch gesellschaftliche Teilhabe.

Quelle: Jobs - BingNachrichten | 25 Sep 2022 | 9:55


Das Wissenschaftsquiz: Wie viel wissen Sie über Migration?

Welches Land nimmt eigentlich aktuell die größte Anzahl an ukrainischen Geflüchteten auf? Wissenschaftlerin Dr. Katrin Sommerfeld stellt Ihr Wissen zum Thema Migration auf die Probe."Zehn Fragen, eine Expertin – das Wissenschaftsquiz" ist ein Quiz-Format von der Leibniz-Gemeinschaft und t-online. Die Leibniz-Gemeinschaft ist ein Zusammenschluss von 97 Forschungseinrichtungen mit etwa 10.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Erfahren Sie mehr zum Thema Migration von Dr. Katrin Sommerfeld.Dr. Katrin Sommerfeld ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZEW-Leibniz Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung. Dort leitet die Ökonomin die Nachwuchsforschungsgruppe "Integration von Migranten/-innen und Einstellungen zum Sozialstaat (IMES)". Im Mittelpunkt ihrer anwendungsorientierten Forschung stehen die Rückwirkungen von Zuwanderung auf unterschiedliche Gruppen am deutschen Arbeitsmarkt in Bezug auf Beschäftigung und Löhne von Geflohenen, früheren Migrantengruppen und Einheimischen.Twitter: @Kat_SommerfeldFür t-online stellt sich Frau Sommerfeld drei spannenden FragenWas ist momentan für Sie die größte wissenschaftliche Herausforderung?Zusammen mit Co-Autoren und Co-Autorinnen versuche ich, die Effekte von Zuwanderung auf den Arbeitsmarkt im aufnehmenden Land besser zu verstehen, z.B. auf die Lohnentwicklung von Einheimischen und früheren Migranten/-innen. Letztere werden womöglich von neuer Zuwanderung indirekt in bessere Jobs gebracht, weil sie relativ bessere Sprachkenntnisse besitzen. Dazu entwickeln wir ein Vergleichsszenario, das Auskunft geben soll, wie die Lohnverteilung ohne zusätzliche Zuwanderung ausgesehen hätte.Welches ist für Sie die größte wissenschaftliche Erfindung?Dank der Erfindung von Impfungen konnten manche Krankheiten weltweit deutlich eingedämmt oder sogar fast ausgerottet werden. Viele Krankheits- und Todesfälle wurden so verhindert.Was bedeutet Forschung für Sie persönlich?Zu versuchen, einen kleinen Erkenntnisgewinn zu einer großen Forschungslandschaft beizutragen und damit die Gesellschaft ein bisschen zu verbessern. Dazu dienen ausgefeilte empirische Methoden, die aus der Realität spezifische Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge herausfiltern.

Quelle: arbeitsmarkt | t-online | 25 Sep 2022 | 8:30


Fachkräftemangel: Personalnot wächst im Lebensmittelhandel - RP ONLINE

Fachkräftemangel: Personalnot wächst im Lebensmittelhandel  RP ONLINE

Quelle: "Arbeitsmarkt" - Google News | 25 Sep 2022 | 7:07


Rostocker Start-up: Jobs mit flexibler Arbeitszeit und unbegrenzt Urlaub bei vollem Gehalt

New Work, 4-Tage-Woche, Work-Life-Balance: Gerade die Generation Z sucht Jobs, die ihnen flexibles Arbeiten und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie garantieren. Eine Rostocker Firma verspricht bei ...

Quelle: Jobs - BingNachrichten | 25 Sep 2022 | 1:01


Gold: Im Bann der Zinsen - BÖRSE ONLINE - Börse Online

Gold: Im Bann der Zinsen - BÖRSE ONLINE  Börse Online

Quelle: "Arbeitsmarkt" - Google News | 24 Sep 2022 | 16:30


Ende der Fahnenstange - Budapester Zeitung

Ende der Fahnenstange  Budapester Zeitung

Quelle: "Arbeitsmarkt" - Google News | 24 Sep 2022 | 12:20


Jobs zwischen Boom und Krise: Ansturm auf Brandenburger Berufemarkt und Karrieremesse

Über 100 Unternehmen werben beim Brandenburger Berufemarkt und Karrieremesse um Azubis und Fachkräfte. Der Ansturm ist groß, Besucher erleben Jobs zwischen Boom und Krise.

Quelle: Jobs - BingNachrichten | 24 Sep 2022 | 12:17


Familienbüro in Wülfrath: Programm für Oktober steht - Super Tipp

Familienbüro in Wülfrath: Programm für Oktober steht  Super Tipp

Quelle: "Arbeitsmarkt" - Google News | 24 Sep 2022 | 9:54


Mitarbeiterbindung: So klappt's von Gen Z bis Boomer - t3n – digital pioneers

Mitarbeiterbindung: So klappt's von Gen Z bis Boomer  t3n – digital pioneers

Quelle: "Arbeitsmarkt" - Google News | 24 Sep 2022 | 9:30


Daten: So hängt Deutschlands Wohlstand von der Zuwanderung ab - Business Insider Deutschland

Daten: So hängt Deutschlands Wohlstand von der Zuwanderung ab  Business Insider Deutschland

Quelle: "Arbeitsmarkt" - Google News | 24 Sep 2022 | 8:57


33 gut bezahlte Jobs für Menschen, die keinen Stress mögen

Wer es in seinem Job lieber ruhig und entspannt mag, sollte sich diese 33 Berufe unbedingt einmal näher anschauen.

Quelle: Jobs - BingNachrichten | 24 Sep 2022 | 6:55


Arbeitsmarkt: Die neue Macht der Generation Z

Der Arbeitsmarkt in Deutschland wird sich in den nächsten 15 Jahren gravierend verändern. Die sogenannte Generation der Babyboomer geht in den Ruhestand. Die Babyboomer waren die zahlenmäßig stärksten ...

Quelle: Arbeitsmarkt - BingNachrichten | 24 Sep 2022 | 6:42


Robuster Arbeitsmarkt: Gelassenheit trotz drohender Rezession | tagesschau.de - tagesschau.de

  1. Robuster Arbeitsmarkt: Gelassenheit trotz drohender Rezession | tagesschau.de  tagesschau.de
  2. Zugang zu Kurzarbeit erleichtern: Nahles sieht Arbeitsmarkt für Rezession gewappnet  n-tv NACHRICHTEN
  3. Andrea Nahles: „Uns droht eine Rezession – aber der Arbeitsmarkt ist robust“  RND
  4. Arbeitsagentur-Chefin Nahles hält Arbeitsmarkt für robust  br.de
  5. Nahles: "Kommunikation muss näher an den Menschen sein"  Süddeutsche Zeitung - SZ.de

Quelle: "Arbeitsmarkt" - Google News | 24 Sep 2022 | 2:59


5 Jobs, die richtig gut bezahlt sind – aber niemand machen möchte

In manchen Jobs kann man gutes Geld verdienen – doch nur wenige wollen sie machen. Dabei sind bis zu 84.000 Euro Jahresgehalt möglich. Berlin – Immer mehr Alltags-Lebensmittel werden deutlich teurer u ...

Quelle: Jobs - BingNachrichten | 24 Sep 2022 | 1:43


Zugang zu Kurzarbeit erleichtern Nahles sieht Arbeitsmarkt für Rezession gewappnet

"Ja, uns droht eine Rezession", sagt die Chefin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles. Dennoch bleibt die ehemalige SPD-Vorsitzende gelassen. Der Arbeitsmarkt sei stabil. Um Problemen in einzeln ...

Quelle: Arbeitsmarkt - BingNachrichten | 24 Sep 2022 | 1:11


Nahles hält Arbeitsmarkt trotz drohender Rezession für robust

Bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mit den aktuellen Kurz-Meldungen von BR24. Alle Nachrichten im Überblick.

Quelle: Arbeitsmarkt - BingNachrichten | 23 Sep 2022 | 20:00


Robuster Arbeitsmarkt Gelassenheit trotz drohender Rezession

Wie hart könnte der drohende Rückgang der Wirtschaftsleistung Deutschland treffen? Arbeitsagentur-Chefin Nahles sorgt sich nicht um den Arbeitsmarkt. Und die IG Metall hält die Energiekosten in der Me ...

Quelle: Arbeitsmarkt - BingNachrichten | 23 Sep 2022 | 19:59


Arbeitsmarkt:Nahles: "Kommunikation muss näher an den Menschen sein"

Die neue Chefin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, will einen Kulturwandel in den Jobcentern herbeiführen, um etwa die Bezieher von Bürgergeld ...

Quelle: Arbeitsmarkt - BingNachrichten | 23 Sep 2022 | 18:55


Personalaufbau beim Staat stützt Arbeitsmarkt

Die Vorausschau der Arbeitsagentur zeigt: Trotz Rezession steigt die Arbeitslosigkeit kaum – auch weil die öffentliche Hand viele neue Arbeitsplätze schafft. Eine Einmalzahlung an Studenten wird späte ...

Quelle: Arbeitsmarkt - BingNachrichten | 23 Sep 2022 | 11:18


Jobs auf dem Oktoberfest

Auf dem Oktoberfest zu arbeiten, gilt als lukrativ, aber auch als enorm anstrengend. Wie ist es wirklich, dort zu arbeiten, wo andere den ganzen Tag feiern? Sieben junge Menschen in unterschiedlichen ...

Quelle: Jobs - BingNachrichten | 23 Sep 2022 | 11:17


Jobs der Woche | KW 39

In unseren Jobs der Woche ist für jeden etwas dabei: Dieses Mal suchen u.a. CMS Deutschland, der Landtag von Sachsen-Anhalt oder die Bundesnetzagentur Eure Verstärkung. Und übrigens: auf Instagram und ...

Quelle: Jobs - BingNachrichten | 23 Sep 2022 | 9:07


Hamburg: Bundeskanzler Olaf Scholz überraschend zu Festakt erwartet

Hamburg bekommt hohen Besuch: Zum zehnjährigen Bestehen der ersten Jugendberufsagenturen in der Hansestadt kommt Bundeskanzler Scholz.Großer Bahnhof für Hamburgs Jugendberufsagenturen: Zehn Jahre nach Gründung der ersten Einrichtung, die Schulabgängern beim Übergang in Ausbildung und Beruf helfen soll, hat sich am Freitag Bundeskanzler Olaf Scholz in der Hansestadt angekündigt.Mit ihm zusammen wollen unter anderem Bürgermeister Peter Tschentscher, Arbeits- und Sozialsenatorin Melanie Leonhard, Schulsenator Ties Rabe (alle SPD) sowie die Spitzen der Jugendberufsagentur-Partnerinnen und Partner den Erfolg jener Einrichtung feiern, die in Hamburg als erstem Bundesland flächendeckend eingerichtet wurde. Inzwischen gibt es in ganz Deutschland zahlreiche Jugendberufsagenturen, die bundesweit erste wurde bereits 2008 in Mainz gegründet.Hamburg: Jugendberufsagenturen bündeln Information und BeratungVor Gründung der Jugendberufsagentur mussten sich Schulabgänger bei Fragen zu ihrem Weg in Ausbildung und Beruf bei den unterschiedlichsten Stellen informieren. Dafür war es oft notwendig, mehrfach quer durch die Stadt fahren und die einzelnen Angebote am Ende allein zu einem Fahrplan für ihre Zukunft zusammenführen. Etlichen gelang das nicht, sie scheiterten an der Bürokratie, waren überfordert, gaben auf, landeten in Aushilfsjobs – um dann ohne Ausbildung dem regulären Arbeitsmarkt irgendwann gänzlich verloren zu gehen.2012 hat sich Hamburg unter dem damaligen Bürgermeister Scholz auf den Weg gemacht, dies zu ändern. Zunächst wurden im September in Hamburg-Mitte und in Hamburg-Harburg die ersten beiden Jugendberufsagenturen eröffnet, im Dezember 2013 folgte dann in Hamburg-Bergedorf die letzte der insgesamt sieben Einrichtungen in den sieben Bezirken. Seither erhalten alle Hamburgerinnen und Hamburger unter 25 Jahren Beratung, Unterstützung und Begleitung beim Übergang von der Schule in Ausbildung, Studium und Beruf – und zwar jeweils unter einem Dach.Olaf Scholz bei der Eröffnung: Konkrete Berufsperspektive schaffen"Wir wollen Jugendliche nach dem Ende ihrer Schullaufbahn begleiten, bis sie eine konkrete Berufsperspektive haben – mit abgeschlossener Ausbildung oder mit erfolgreich beendetem Studium", sagte Hamburgs damaliger Bürgermeister Scholz bei der Eröffnung der ersten Jugendberufsagentur. Jede und jeder Einzelne sei wichtig, auch dann, wenn es an der nötigen Eigeninitiative zunächst fehle. "Dann helfen wir nach." Nicht zuletzt die individuelle Unterstützung sei der Sinn der Jugendberufsagentur.Die Jugendberufsagentur versteht sich als Anlaufstelle für alle Fragen rund um Ausbildung und Studium sowie zur Bewältigung persönlicher oder familiärer Probleme, die den Weg ins Berufsleben beeinträchtigen. Entsprechend arbeiten in ihr nicht nur Arbeitsagentur und Jobcenter zusammen. Partner sind auch die Schul- und Sozialbehörde mit ihren jeweiligen Angeboten. Über den Beirat der Jugendberufsagentur sind den Angaben zufolge auch die Handelskammer, die Handwerkskammer, der DGB und die Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein eingebunden.Jugendberufsagentur: Auch Bundespräsident Steinmeier war schon zu GastAls Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im April 2018 die Jugendberufsagentur in Hamburg-Wandsbek besuchte, sagte er, der Anspruch müsse sein: "Keiner darf verloren gehen, jeder und jede wird gebraucht." In Hamburg könne den jungen Menschen ein Angebot aus einer Hand geschneidert werden, "und das ist der eigentliche Fortschritt und deshalb hat diese Agentur so großen Erfolg". 2014 hatte sich auch die damalige Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) über die Arbeit der Jugendberufsagentur in Hamburg informiert, 2016 der frühere französische Premierminister Jean-Marc Ayrault.Damit kein Schüler und keine Schülerin nach dem Abschluss durchs soziale Netz fällt, gehört zu den Aufgaben der Schulen und Jugendberufsagenturen auch die Analyse, wo jeder einzelne Jugendliche nach dem Schulabschluss abgeblieben ist. Demnach wechselten im vergangenen Jahr von den 4128 Schulabgängerinnen und -abgängern nach Klasse 10 der Stadtteilschulen 38,5 Prozent direkt in eine Ausbildung. 2,4 Prozent begannen eine Ausbildung in der Berufsqualifizierung der Berufsschulen und 0,1 Prozent gingen in eine außerbetriebliche Ausbildung.12,6 Prozent wiederum machten etwa ein Freiwilliges Soziales Jahr oder waren unter den Fittichen der Jugendberufsagentur. Weitere 46 Prozent ohne Ausbildungsplatz wechselten in die Ausbildungsvorbereitung an Berufsschulen. Lediglich bei 18 von mehr als 4100 Jugendlichen "war der Verbleib zum Stichtag 15.09.2021 noch nicht geklärt".

Quelle: arbeitsmarkt | t-online | 23 Sep 2022 | 8:16


Für welche Berufe interessieren sich die Jugendlichen auf der Jobs For Future?

Die Ausbildungsmesse gibt jungen Leuten Einblick in das Arbeitsleben. 250 Aussteller präsentieren auf dem Messegelände VS ihre Branchen und Unternehmen.

Quelle: Jobs - BingNachrichten | 23 Sep 2022 | 7:23


Ein kritischer Blick auf Wandel am Arbeitsmarkt

Der Wandel auf dem Arbeitsmarkt in der Industrieregion Schwarzwald-Baar-Heuberg stand am Messeabend der Jobs vor Future im Fokus von Gastredner Rüdiger Wapler vom Landesinstitut für Arbeitsmarkt und B ...

Quelle: Arbeitsmarkt - BingNachrichten | 23 Sep 2022 | 6:14


IAB: Deutscher Arbeitsmarkt trotz Krise stabil

Trotz der wirtschaftlichen Talfahrt geht das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zunächst weiter von einem stabilen Arbeitsmarkt in Deutschland aus. Für 2023 erwarten die F ...

Quelle: Arbeitsmarkt - BingNachrichten | 23 Sep 2022 | 5:42


IAB Arbeitsmarkt bleibt trotz Krise weitgehend stabil

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) geht trotz der wirtschaftlichen Talfahrt zunächst weiter von einem stabilen Arbeitsmarkt in Deutschland aus. D ...

Quelle: Arbeitsmarkt - BingNachrichten | 23 Sep 2022 | 5:14


Arbeitsmarkt - Hamburg:Zehn Jahre Jugendberufsagentur: Scholz zur Feier erwartet

Großer Bahnhof für Hamburgs Jugendberufsagenturen: Zehn Jahre nach Gründung der ersten Einrichtung, die Schulabgängern beim Übergang in Ausbildung und ...

Quelle: Arbeitsmarkt - BingNachrichten | 22 Sep 2022 | 22:07


Erneuerbare Energien: Fast 40 Millionen Jobs bis 2030

Rund 13 Millionen Menschen arbeiteten Ende 2021 in der globalen Erneuerbare-Energien-Branche. 2030 dürften es schon dreimal so viele sein. Welche Staaten profitieren besonders?

Quelle: Jobs - BingNachrichten | 21 Sep 2022 | 12:29


Olaf Scholz und seine Versprechen: Was, wenn ihnen zu wenig Taten folgen?

Der Bundeskanzler will in der Krise niemanden allein lassen. Das sind schöne Worte. Nur was, wenn ihnen zu wenig Taten folgen?Olaf Scholz hat sich verwandelt. Da sitzt er vor knapp zwei Wochen im Kanzleramt, übernächtigt nach 22 Stunden, die er mit seiner Koalition über das dritte Entlastungspaket verhandelt hat, und monologisiert vor sich hin, als wolle er seinen Notizzettel hypnotisieren. Auch an diesem Sonntagmorgen scheint alles wie immer zu sein.Doch als der Kanzler bei den Menschen angekommen ist, die in der Krise ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können oder sich zumindest davor fürchten, da blickt er auf, presst kurz die Lippen zusammen und nickt im Takt seiner Worte: "Wir nehmen alle diese Sorgen sehr, sehr ernst."Die Regierung habe deshalb "sehr vertrauensvoll und sehr vertraulich" diskutiert, wie der Staat helfen und die "dringend notwendigen Entlastungen" bieten könne. "Und es gilt mein Versprechen", sagt Scholz dann: "You’ll never walk alone. Wir werden niemanden alleine lassen."Es sind große Worte, folgenreiche Worte. Olaf Scholz ist durch sie nicht mehr nur der Kanzler, er verwandelt sich gewissermaßen in Vater Staat höchstpersönlich. Der Fürsorgliche, der niemanden im Stich lässt. Dieses Versprechen ist schon in normalen Zeiten mutig. Angesichts der historischen Dimension der aktuellen Krise ist es geradezu waghalsig.Zu wenig, zu spät?Denn es bedeutet ja: Der mächtigste Mann Deutschlands gibt den 83 Millionen Menschen und den mehr als drei Millionen Unternehmen sein Wort, dass er die Folgen der Vervielfachung der Strom- und Gaspreise, einer Inflation auf breiter Front und einem nicht unwahrscheinlichen Konjunktureinbruch mit möglichen Folgen für den Arbeitsmarkt zumindest abfedern wird. Folgt man diesem Versprechen, dürfte nach der Krise eigentlich niemand einen echten Grund zur Beschwerde haben. Das ist natürlich utopisch.Aber selbst wenn man die Sätze des Kanzlers nicht so streng auslegt, sondern eher als allgemeine Zusage versteht, dass sich die Ampelkoalition schon um alles kümmern wird, ist das Versprechen für Scholz noch immer sehr riskant. Es ist sein bisher gefährlichstes als Kanzler. Denn zumindest müssen alle Bürger und Unternehmen den Eindruck gewinnen, die Regierung tue wirklich alles, was möglich ist. Gelingt der Ampel dieser milliardenschwere Kraftakt nicht, wird Deutschland im kommenden Frühjahr womöglich nicht wiederzuerkennen sein. Und Olaf Scholz könnte die längste Zeit seiner Kanzlerschaft bereits hinter sich haben. Manch einer in Berlin fragt sich angesichts der Brisanz, ob der Regierung die Folgen einer "too little, too late"-Politik bereits vollends klar sind. Zu wenig, zu spät? Das wird nicht ausreichen für Vater Staat. Es wird aggressiverWie angespannt die Lage schon jetzt ist, musste Saskia Esken vergangene Woche erleben. Da war die SPD-Chefin in Niedersachsen unterwegs, um die dortigen Genossinnen und Genossen im Landtagswahlkampf zu unterstützen. Am Freitag wollte sie mit dem örtlichen Kandidaten in einer Kirche in Hannover übers Wohnen diskutieren. Doch dann wurde in Telegram-Gruppen so aggressiv zu Protesten gegen die Veranstaltung aufgerufen, dass sich der Staatsschutz einschaltete. Am Ende konnte nur unter massivem Polizeischutz überhaupt diskutiert werden. Bislang hat Esken so etwas höchstens bei Veranstaltungen in Ostdeutschland erlebt. Nun ist die Wut überall, auch im eher beschaulichen Hannover.Zwar wird nur eine Minderheit im Angesicht der Krise gleich aggressiv. Doch unzufrieden mit der Bundesregierung ist inzwischen eine deutliche Mehrheit. Sieben von zehn Deutschen, also 68 Prozent, sind weniger oder gar nicht zufrieden mit der Ampelkoalition von Olaf Scholz, so das Ergebnis des ARD-"Deutschlandtrends". Es brennt überallDas Problem für die Ampel in dieser Krise ist, dass es inzwischen an so vielen Stellen brennt, dass sie mit dem Löschen gar nicht mehr hinterherkommt. Der russische Gas-Lieferstopp hat einen Flächenbrand ausgelöst. Einfach löschen ließe er sich nur, wenn man das fehlende Gas auf die Schnelle ersetzen könnte. Doch das funktioniert eben nicht. Das knappe Gas lässt nicht nur die Kosten fürs Heizen, sondern auch den Preis für Strom steigen. Denn der orientiert sich am teuersten Erzeuger. Derzeit also: den Gaskraftwerken. Die hohen Energiepreise wiederum treiben die Inflation, weil das Backen und Brauen und Bewirten teurer wird. Weil sich das viele nicht mehr leisten können oder wollen, könnten Bäcker, Brauer und Wirte pleitegehen und viele Menschen arbeitslos werden. Alles hängt mit allem zusammen, die Lage ist hochkomplex. Und deshalb haben auch gut gemeinte Hilfen der Bundesregierung oft Auswirkungen, die sie selbst nicht gut findet.Ein Paradebeispiel dafür ist die Gasumlage. Mit ihr wollte die Ampelkoalition eigentlich gleich zwei Dinge erreichen: Sie sollte die Energiekonzerne wieder verlässlich liquide machen, damit es nicht reihenweise zu Pleiten kommt. Und der Preisaufschlag sollte einen weiteren Anreiz zum Gassparen bieten.Doch "Anreiz" heißt auf gut Deutsch, dass das Heizen für die Menschen durch die Umlage noch teurer geworden wäre als ohnehin schon. So geht es nicht, dachte sich Olaf Scholz deshalb, und reparierte – um im Bild zu bleiben – den Feuerlöscher gewissermaßen schon vor dem ersten Einsatz. Er senkte die Mehrwertsteuer auf Gas von 19 auf 7 Prozent. Damit sparen die Verbraucher mehr, als sie die Gasumlage kostet.Pragmatisch gelöst, könnte man sagen. Oder aber schludrig geplant – und damit ein Zeichen der Überforderung. Es stimmt wahrscheinlich beides.Entlastungen mit vielen FragezeichenFür eine Entlastung der Regierung sollte eigentlich der erwähnte Sonntagmorgen vor zwei Wochen sorgen: Ein drittes Milliardenpaket, auch um der angespannten Stimmung im Land etwas Wuchtiges entgegenzusetzen. Doch die Reaktionen waren teils niederschmetternd."Unausgegoren" und "zu sehr per Gießkannenprinzip", urteilte etwa der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher. "Eines Sozialstaates unwürdig", so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtverbands. Zwar wurde im dritten Anlauf der große Fehler der vorherigen Pakete korrigiert, bei denen Rentner und Studierende übergangenen worden waren. Aber auch die jüngste Entlastungsrunde lässt wieder mal viele Fragen offen.Es ist zwar eine Strompreisbremse vorgesehen, doch wie die aussehen soll und wann sie wirken könnte, ist unklar. Eher später als früher, steht zu befürchten. Ob es etwas Ähnliches geben soll, um die Heizkosten zu senken, soll erst mal eine Kommission prüfen. Dabei sind es ja gerade die Gaskunden, die in diesen Wochen von ihren Versorgern Post erhalten mit Forderungen nach Abschlagszahlungen, die teils um das Drei- bis Vierfache höher liegen als bisher. Es dürfte ohnehin Monate dauern, bis die versprochenen Entlastungen bei den Menschen ankommen. Die Stimmung könnte da längst gekippt sein.Bleibt Christian Lindner treu?Mancher in der Regierung rechnet ohnehin damit, dass auch das dritte Paket noch nicht ausreicht. Doch so langsam ist der bestehende Spielraum im Haushalt dann eben doch aufgebraucht. Schon bisher kosten die Pakete den Staat insgesamt knapp 100 Milliarden Euro.Und Finanzminister Christian Lindner ist eigentlich einer, der unbedingt sparen wollte. Lange Zeit schien es so, als sei der Frischverheiratete eigentlich längst schon mit der Schuldenbremse verheiratet gewesen. In guten wie in schlechten Zeiten. Ab 2023 sollte die Regelung des Grundgesetzes endlich wieder gelten.Kürzlich hat Lindner dann erstmals signalisiert, vielleicht auch im nächsten Jahr für eine außereheliche Schuldenaffäre offen zu sein. Wenn die Zeiten zu schlecht werden. Das könnte die Spielräume der Koalition deutlich vergrößern. Doch sicher ist noch nichts. Der FDP-Chef weiß, dass seine Kernwählerschaft Untreue bei der Schuldenbremse nicht goutiert. Doch Lindner ist auch klar: Wenn der Herbst und der Winter wirklich hart werden, kann er seine Linie kaum durchhalten. Wenn Firmen pleitegehen, weil der FDP-Finanzminister kein Geld für die Senkung der Energiekosten bereitstellen wollte, goutieren das die treuesten liberalen Wähler eben auch nicht. Zumal viele selbst Unternehmer sind.Wie sich viel Geld mobilisieren lässt, die Schuldenbremse aber trotzdem eingehalten wird, zumindest offiziell? Dafür gibt es mit dem sogenannten Sondervermögen für die Bundeswehr ein 100 Milliarden Euro schweres Vorbild. In der FDP kursiert deshalb die Idee, man könne die Aktion doch noch einmal wiederholen, also ein Art "Sondervermögen Energiekostensenkung" schaffen.Vater Staat oder doch Rabenvater?Bislang ist es nur ein Vorschlag. Aber irgendeine Lösung muss ja her. Schließlich steht eine Menge auf dem Spiel. Für das Land, aber eben auch für die Koalition – und vor allem den Kanzler.Vertraut mir, denn ich kenne mich aus und habe einen Plan – das ist, wenn man so will, der Markenkern von Olaf Scholz. Doch die vergangenen Monate haben gezeigt, dass viele ihm das nicht mehr so recht abnehmen. In Umfragen ist die SPD wieder unter 20 Prozent gerutscht, und auch seine eigene Popularität hat deutlich abgenommen.Insofern kann man sein gefährlichstes Versprechen, seine Verwandlung in den fürsorgenden Vater Staat, auch als Versuch interpretieren, zu alter Stärke zurückzufinden. Doch es ist und bleibt eben eine Wette mit hohem Einsatz.Wenn sich die Koalition nicht auf weitere Entlastungen einigen kann, beim geplanten Reservebetrieb der Atomkraftwerke handwerkliche Fehler macht, weiter der Entwicklung hinterherhechelt, dann ist im Winter vielleicht doch zu wenig Strom da. Und es ist auch nicht ausgeschlossen, dass viele Menschen ihre Gasrechnungen nicht bezahlen können und reihenweise Unternehmen dichtmachen. In diesem Fall hätte die Ampel eben doch nicht alles getan, was in ihrer Macht steht. So jedenfalls würden es dann wohl viele Menschen sehen.Und aus Vater Staat würde plötzlich: der Rabenvater.

Quelle: arbeitsmarkt | t-online | 16 Sep 2022 | 14:28


Umbruch am Arbeitsmarkt: Die größte Krise wartet noch

Trotz schwacher Konjunkturaussichten läuft es rund am Arbeitsmarkt. Die Firmen wissen: Die große Flaute kommt erst noch – bei den Arbeitskräften.Seit fast drei Jahren jagt eine wirtschaftliche Krise die nächste. Erst setzte die Corona-Pandemie den Unternehmen zu, nun belasten viele Firmen die hohen Energiekosten und steigenden Einkaufspreise.Das könnte drastische Folgen haben. "Eine Pleitewelle ist deutlich wahrscheinlicher geworden", warnte unlängst etwa der Ökonom Klaus-Heiner Röhl vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) bei t-online. Auf dem Arbeitsmarkt läuft es dagegen noch ziemlich rund. Die Arbeitslosenzahlen stiegen in den vergangenen Monaten nur leicht, ein Großteil des Plus ist zudem auf ukrainische Geflüchtete zurückzuführen, die nun in die Statistik einfließen. Wie passt das zusammen? Ein Blick in die Zukunft zeigt: Das Rennen um gute Arbeitskräfte wird in den kommenden Jahren trotz Krisen nur noch knapper, wie im Interview jetzt Sebastian Dettmers, CEO des Stellenportals Stepstone, erklärt.t-online: Herr Dettmers, in Deutschland findet man kaum ein Café oder Softwareunternehmen, das nicht nach Mitarbeitern sucht. Warum mangelt es plötzlich überall an Arbeitskräften?Sebastian Dettmers: Dahinter verbergen sich zwei Trends. Ganz aktuell sehen wir die Nachwehen der Corona-Krise. In den letzten zwei Jahren haben viele Branchen Arbeitskräfte entlassen oder keine neuen eingestellt – das rächt sich nun, wie man an Hotels, der Gastronomie oder Flughäfen sieht. Das deutlich größere Problem ist aber die langfristige Perspektive. Und da kann man sagen: Die aktuelle Krise am Arbeitsmarkt ist nur ein Vorgeschmack einer viel größeren Herausforderung.Sie rechnen also nicht mit einer Erholung auf dem Arbeitsmarkt?Nein, der aktuelle Fachkräftemangel ist ein kleines Problem im Vergleich zu den kommenden Jahren. Wenn die Babyboomer zwischen 2025 und 2035 in Rente gehen, werden wir diesen starken Arbeitskräftemangel in allen Branchen sehen. Wir sollten uns 2022 rot im Kalender anstreichen. Denn in Deutschland werden nie wieder so viele Menschen erwerbstätig sein wie in diesem Jahr. Ab jetzt schrumpft die Zahl der Erwerbsfähigen.Ist das für Arbeitnehmer nicht etwas Positives? Während sich Mitarbeiter und Arbeitssuchende früher nach den Unternehmen richten mussten, können junge Fachkräfte nun hohe Gehälter verlangen und gute Rahmenbedingungen einfordern.Auf den ersten Blick ist das für den Arbeitnehmer natürlich super – aber wir leben in einem ganzheitlichen Wirtschaftssystem. Und in einem solchen spürt dann auch jeder Einzelne im Alltag, wenn die Arbeitskräfte auf breiter Front fehlen.Können Sie da ein paar Beispiele nennen?Aktuell sehen wir es ja bereits im Gastrobereich oder an den Flughäfen. Aber auch mittelständische Unternehmen und Handwerksbetriebe haben Probleme, Nachwuchs für eine Übernahme zu finden. Diese werden sich verschärfen, da steht viel auf dem Spiel. Wir müssen uns fragen: Wie schaffen wir es, ein immer weiter anwachsendes Renten- und Sozialsystem zu finanzieren, wenn immer weniger Menschen arbeiten?Eine Frage, über die Sie ein ganzes Buch geschrieben haben. Also verraten Sie es uns: Wie schaffen wir es, eine immer geringere Geburtenrate mit Wohlstand und unserem Rentensystem zu vereinbaren?Kurz gesagt: Indem wir entweder mehr oder smarter arbeiten.Das wäre dann aber ein kurzes Buch.Es wird komplexer, wenn wir uns die einzelnen Aspekte anschauen. Es gibt mehrere Stellschrauben, um diese Herausforderung zu meistern. Ein paar zentrale Aspekte: Wir müssen es möglich machen, dass mehr Frauen in Vollzeit arbeiten können, in Deutschland haben wir fast die höchste Teilzeitquote von Frauen in Europa. Zudem müssen wir Migranten viel besser in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt integrieren. Wir sind ein Einwanderungsland, das müssen wir viel besser nutzen. Und wir müssen mehr und produktiver arbeiten – das Zauberwort heißt hier Automatisierung.Das alles setzt voraus, dass die Wirtschaft weiterhin wachsen muss. Aber wäre es in Zeiten schwindender Ressourcen nicht wichtig, das System Wachstum generell zu überdenken?Es gibt Überlegungen, wie eine Post-Wachstums-Gesellschaft aussehen könnte – doch ich kenne keinen Ökonomen, der das in ein realisierbares Konzept überführt hat. Übersetzt bedeutet eine schrumpfende Wirtschaft schlicht eine Rezession über Jahrzehnte.Um es kurz zusammenzufassen: Wenn wir nicht wachsen, verlieren wir unseren Wohlstand?Ja. Dabei geht es aber nicht nur darum, auf den Kaffee nach dem Dreigangmenü zu verzichten. Denn wenn Unternehmen weniger Geld einnehmen, bremst das Investitionen und Innovationen, zudem stellen sie weniger Menschen ein – es folgt eine Abwärtsspirale. Unsere Rente und das Gesundheitssystem wären dann kaum noch zu finanzieren.Doch dazu muss es nicht kommen: Unser Land verfügt über ein hohes Bildungspotenzial, Technologien zur Digitalisierung und Automatisierung sind vorhanden. Wir müssen sie nur nutzen. Und dann darf es eben nicht heißen: Eine Verwaltungsangestellte bleibt ihr Leben lang eine Verwaltungsangestellte.Genau solche Szenarien von Automatisierung und Digitalisierung wecken bei vielen Angestellten die Angst. Die Älteren haben die Sorge, von der Technik abgehängt und ersetzt zu werden.Diese Angst gab es schon vor über 200 Jahren. Damals, als die ersten Spinnmaschinen erfunden wurden, brachen Arbeiter nachts in die Fabriken ein und zerstörten die Geräte. Dabei ist technischer Fortschritt die Grundlage unseres heutigen Wohlstands. Der Ökonom John Maynard Keynes prognostizierte vor fast 100 Jahren, dass die Menschen im Jahr 2030 dank dieses Fortschritts nur noch 15 Stunden in der Woche arbeiten würden. Und doch diskutieren manche Ökonomen die 42-Stunden-Woche und die Rente mit 70. Das zeigt: Maschinen und Algorithmen ersetzen bislang zu wenige Arbeitsplätze.Eine Steuerfachangestellte kann man mit Mitte 40 aber wohl kaum zur Software-Ingenieurin weiterbilden.Die statische Sicht, dass jemand ab einem gewissen Alter nicht mehr in der Lage ist, einen neuen Beruf zu erlernen, können wir uns nicht mehr leisten. So ein Denken verhindert jeden Fortschritt. Dieser entstand immer aus Veränderung. Und wir müssen klar feststellen: Die Digitalisierung und Automatisierung der Arbeitswelt wird immer schwieriger, weil es mit jedem Jahr weniger Arbeitskräfte gibt, die sich diesem Thema überhaupt annehmen können. Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren.Diese Einstellung teilen nicht alle. Viele Arbeitnehmer blicken skeptisch auf die Digitalisierung und Weiterbildungsmaßnahmen. Wie soll der Wandel also funktionieren?Ja, der Wille fehlt. Der Wille, jetzt zu investieren und auch alte Zöpfe abzuschneiden. Der Wille, auch mal durch eine Phase zu gehen, in der die Prozesse ein bisschen ruckeln. Für die Überwindung dieser Widerstände braucht es Druck. In Krisen, wie wir sie jetzt erleben, werden unglaubliche Veränderungsprozesse in Gang gesetzt. Erst wenn wir merken, dass es so nicht mehr funktioniert, haben wir den Mut, Veränderungen anzugehen. In den vergangenen Jahren ging es uns schlicht zu gut für diese Kraftanstrengung.Auch bei den Konsumenten stößt die Automatisierung nicht immer auf Gegenliebe. In der Pflege oder der Erziehung möchte niemand von Robotern betreut werden. Kann man wirklich alle Bereiche automatisieren?Nein, es gibt zahlreiche Tätigkeiten, bei denen wir den Menschen unbedingt brauchen: etwa in der Bildung oder in der Pflege. Es geht darum, ein System zu schaffen, in dem zum Beispiel Pflegekräfte durch die Automatisierung von administrativen Tätigkeiten mehr Zeit haben, sich mit den Patienten zu beschäftigen.Das dürfte den Mangel an Pflegern aber nur bedingt ausgleichen, oder?Das stimmt. Wir brauchen eine Gesellschaft, die es sich leisten kann, mehr Menschen in sozialen Berufen zu beschäftigen, indem wir andere Bereiche entschlacken und automatisieren. Wir müssen verinnerlichen: Ja, Roboter ersetzen Arbeitsplätze, aber sie schaffen auch neue, höherwertige Arbeit oder ermöglichen, bestehende Strukturen zu verbessern. Ansonsten können wir unsere Kinder nicht auf diese Zukunft vorbereiten.Diese neuen Jobs sind meist komplexer als jene, die durch Roboter oder Software ersetzt werden. Brauchen die zukünftigen Generationen also höhere Qualifikationen als ihre Eltern?Sie brauchen andere Qualifikationen. So etwas wie Kreativität lässt sich zum Beispiel nicht durch Algorithmen ersetzen. Die Fähigkeit, Probleme zu lösen und Zusammenhänge zu erkennen, ist in einer komplexen Welt immer wichtiger. Und wenn wir einen Fokus auf soziale Berufe legen, dann werden auch soziale Fähigkeiten bedeutender.Wir erwarten also von den jungen Generationen eine hohe Qualifikation und eine Palette an Softskills. Gleichzeitig sollen sie produktiver sein und mehr leisten als ihre Eltern, um einer steigenden Zahl an älteren Menschen das Krankenkassen- und Rentensystem zu finanzieren. Inwiefern ist das fair?Das Leben ist nicht fair, wir müssen den Realitäten ins Auge sehen. Den Geburtenrückgang sehen wir seit über 50 Jahren und diese Entwicklung lässt sich nicht aufhalten oder umkehren. Wir werden uns dem stellen müssen, wie sich auch unsere Eltern oder Großeltern den Herausforderungen ihrer Zeit gestellt haben. Das Schicksal der Nachkriegsgeneration war zum Beispiel auch nicht fair.Sie fordern in ihrem Buch eine längere Lebensarbeitszeit, um dem Problem einer überalternden Bevölkerung zu begegnen – dabei ist das Problem seit 50 Jahren bekannt. Hier stellt sich vielen die Frage nach der Fairness sehr wohl.In meinem Buch schlage ich vor, das Renteneintrittsalter zu flexibilisieren. Denn das Renteneintrittsalter von 65 Jahren stammt aus einer Zeit, in der die Lebenserwartung deutlich niedriger war als heute. Diese Menschen hatten nach der Rente meist nur noch wenige Jahre zu leben. Die jüngere Generation dagegen dürfte weit über 80 Jahre alt werden, sie sind zudem im Alter fitter.Das klingt in der Theorie vielleicht schlüssig, aber bei vielen körperlich anstrengenden Berufen ist es schlicht nicht möglich, länger zu arbeiten. Was sagen Sie diesen Menschen?Niemand sollte mit 67 Jahren noch als Dachdecker arbeiten müssen. Aber durch Weiterqualifizierung kann diese Person dem Arbeitsmarkt trotzdem zur Verfügung stehen – in einem Beruf, der körperlich weniger fordernd ist, bei dem aber zum Beispiel Erfahrung gefragt ist.Sie möchten einen Dachdecker mit 67 Jahren weiterqualifizieren?Nein, das muss natürlich früher geschehen. Daher dürfen wir Lebensläufe nicht mehr so statisch denken. Das Arbeitsleben darf nicht mehr nur aus dem bestehen, was man im Alter von 20 Jahren gelernt hat. Dafür müssen wir umdenken: Jemand ist mit 50 Jahren vielleicht körperlich nicht mehr so fit wie mit 20, aber kognitiv voll leistungsfähig. Diese Person kann noch gut 15 oder 20 Jahre arbeiten. Viel zu oft sind es aber die Arbeitgeber, die mit Vorruhestandsprogrammen versteckten Personalabbau betreiben.Für die Lebensqualität macht es aber einen erheblichen Unterschied, ob man den Ruhestand mit 65 oder 75 Jahren erlebt. Nimmt man den Menschen nicht die letzten wertvollen Jahre, in denen sie körperlich fit sind und ihre Rente genießen könnten?Da würde ich widersprechen: Wir beobachten, dass gerade in höherqualifizierten Jobs die Menschen gerne länger arbeiten. Studien zeigen sogar, dass die Lebenserwartung steigt, wenn man länger arbeitet. Die Frage ist ohnehin weniger, ob wir länger arbeiten sollten, denn das ist eigentlich unumgänglich. Die Frage ist eher, wie wir es schaffen, Arbeit so zu gestalten, dass sie zu den Menschen passt – auch im hohen Alter.Das ist doch widersprüchlich: Einerseits soll die Digitalisierung uns Arbeit abnehmen, andererseits fordern Sie nun, dass wir deutlich länger arbeiten müssen. Wie passt das zusammen?Wenn wir die Potenziale der Automatisierung und Digitalisierung richtig nutzen, können wir alle früher in Rente gehen. Noch mehr: Wir könnten sogar die Wochenarbeitszeit deutlich reduzieren. Leider sind wir in der Praxis davon noch weit entfernt. Praktisch stagniert hierzulande die Produktivität seit 10 Jahren. Den Luxus, weniger zu arbeiten, können wir uns so nicht leisten. Wir müssen den Produktivitätsturbo daher dringend zünden.

Quelle: arbeitsmarkt | t-online | 12 Sep 2022 | 16:37


Einigung: CDU spricht sich für verpflichtendes Dienstjahr aus

Jahrelang hat die CDU debattiert, jetzt ist man sich einig: Junge Menschen sollen ein Gesellschaftsjahr absolvieren müssen. So lautet die Begründung.Die CDU hat sich für die bundesweite Einführung eines verpflichtenden Gesellschaftsjahrs ausgesprochen und eine freiwillige Variante abgelehnt. Der Parteitag in Hannover stimmte am Samstag nach einer kontroversen Diskussion mehrheitlich für einen entsprechenden Antrag.Als Gesellschaftsjahr verstehe man einen Dienst, "der es allen jungen Menschen ermöglicht, sich zeitweilig und konkret für unser Land und für unsere Gesellschaft zu engagieren", heißt es in dem Antrag, den unter anderem die stellvertretenden Bundesvorsitzenden Carsten Linnemann und Silvia Breher sowie Junge-Union-Chef Tilman Kuban initiiert hatten. Dieser hatte aber zunächst offen gelassen, ob es sich um eine Pflicht oder einen Freiwilligendienst handeln solle."Attraktives Dienstgeld"In der Begründung heißt es: "Viele Menschen bewegen sich nur noch in digitalen und sozialen Echokammern. Für unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaft ist eine solche Entwicklung Gift." Außerdem fördere ein Gesellschaftsjahr die Persönlichkeitsentwicklung und mache den Staat widerstandsfähiger.Wo die jungen Menschen den Dienst absolvieren können, solle möglichst flexibel ausgelegt werden, "sei es bei sozialen Einrichtungen, in Krankenhäusern, bei der Bundeswehr, im Zivilschutz beim THW oder bei der Feuerwehr, über anerkannte Hilfsorganisationen im Ausland oder im Sport und in der Kultur oder bei Natur- und Umweltschutzverbänden". Entlohnt werden solle der Dienst durch ein "attraktives Dienstgeld".Pflicht ab 18 JahrenDer Antrag sieht vor, dass das Dienstjahr "in der Regel unmittelbar nach dem Schulabschluss" absolviert werden soll, eine entsprechende Rechtspflicht solle mit Vollendung des 18. Lebensjahrs eintreten, wobei auch ein früheres Absolvieren möglich sein solle.Die Befürworter der freiwilligen Variante führten an, eine Dienstpflicht entspreche nicht dem liberalem Menschenbild der CDU und schade dem Arbeitsmarkt. Außerdem gebe es dafür nicht genügend Personal. Die Unterstützer einer Pflicht erklärten, diese stärke den sozialen Zusammenhalt und sei auch deshalb zumutbar, weil Frieden und Freiheit von innen und von außen zunehmend gefährdet seien.CDU will Gehälter von ARD und ZDF anpassenAuf dem Parteitag hat die CDU außerdem einen Antrag der Jungen Union (JU) zu Gehältern des öffentlich-rechtlichen Rundfunks angenommen. Demnach hat sich die Partei für die Anpassung der Löhne bei den Sendern ARD, ZDF und Deutschlandradio an das Niveau im öffentlichen Dienst ausgesprochen.Seit Jahren wird immer wieder über die Höhe vor allem der Intendantengehälter der öffentlich-rechtlichen Sender gestritten. Zuletzt wurde die Debatte inmitten der Krise beim ARD-Sender Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) rund um Vorwürfe der Vetternwirtschaft gegen die fristlos entlassene Intendantin Patricia Schlesinger wieder lauter. Die 61-Jährige wies die Vorwürfe zurück.Umsetzung ist unklarIhre Gehälter legen die Intendanten nicht selbst fest, sondern die unabhängigen Verwaltungsräte in den Sendern als Kontrollgremien. Unklar ist, wie eine wie jetzt von der CDU angeregte Anpassung konkret umgesetzt werden könnte. In Staatsverträgen legen die Bundesländer den Auftrag und die Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks fest. Medienpolitik ist in Deutschland also Ländersache.Im Antrag wurde betont, dass die Sendermitarbeiter einen wichtigen Beitrag zum Gelingen des Gemeinwesens leisteten. "Diese Leistung muss auch finanziell honoriert werden. Insbesondere vor dem Hintergrund der Finanzierung durch die Rundfunkbeiträge der Allgemeinheit sollte das Vergütungsniveau bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten jedoch in einem angemessenen Verhältnis zum allgemeinen Einkommensgefüge in unserer Gesellschaft und gerade in anderen Teilen des öffentlichen Dienstes stehen." Man halte eine Anpassung des Gehaltsgefüges an das Niveau des Tarifvertrags des öffentlichen Dienstes für sinnvoll.Spitzen demonstrieren SchulterschlussZudem haben CDU-Chef Friedrich Merz und der CSU-Vorsitzende Markus Söder nach dem historischen Desaster der Union bei der Bundestagswahl einen neuen Schulterschluss demonstriert. Söder räumte unter dem Applaus der Delegierten ein, es seien im vergangenen Jahr Fehler gemacht worden, "natürlich auch von mir". Merz sagte dem bayerischen Ministerpräsidenten nach dessen Rede, man arbeite und kämpfe gut, freundschaftlich und vertrauensvoll zusammen. "Wir sind dabei geschlossen wie selten zuvor", betonte Merz.Nicht wenige in der CDU geben Söder wegen seiner anhaltenden Sticheleien gegen den damaligen CDU-Chef und Unionskanzlerkandidaten Armin Laschet im Wahlkampf 2021 eine Mitverantwortung am Scheitern bei der Bundestagswahl. Die Union war mit ihrem historisch schlechtesten Ergebnis von 24,1 Prozent nach 16 Jahren Regierungszeit von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in die Opposition gestürzt.Söder: "Wir haben daraus gelernt"Söder sagte vor den Delegierten: "Ich weiß, 2021 war nicht unser bestes Jahr." Zugleich versicherte er: "Wir haben daraus gelernt." Der Neustart 2022 sei "nicht nur besser gelaufen, als es die Linken erhofft haben". Die Zusammenarbeit in Fraktion und Partei "ganz besonders mit Eurem Vorsitzenden, lieber Friedrich, läuft exzellent, besser, als wir beide es wahrscheinlich erwartet hätten". In der Union ist es ein offenes Geheimnis, dass das Verhältnis zwischen Merz und Söder nicht immer das beste war.Der CSU-Chef hatte die CDU-Delegierten gleich zu Beginn seiner Rede umschmeichelt und gesagt, er dürfe die herzlichen Grüße "der kleinen Schwester CSU" überbringen. Mit Respekt habe er den Parteitag verfolgt. Das CDU-Treffen sei "ein tolles Signal gewesen von Entschlossenheit und Geschlossenheit". Es passe zur Union, "wenn wir uns unterhaken, wenn wir zusammenstehen".Merz: Gemeinsamkeiten in Union ausbauenMerz mahnte, er und Söder hätten "eine Verantwortung für die gesamte Union, die wir mit jeweils unterschiedlichen Funktionen ausfüllen und ausüben". Man werde sich weiter nach Kräften bemühen, "diese Gemeinsamkeiten aufrechtzuerhalten, auszubauen und zu zeigen, dass wir wirklich gemeinsam, CDU und CSU, die Nummer eins in Deutschland sind und bleiben über das Jahr 2022 hinaus", sagte Merz vor dem Hintergrund von Umfragen, die die Union vor SPD und Grünen sehen. Ein Jahr vor der bayerischen Landtagswahl ergänzte er, mit der Zusammenarbeit schöpfe man "ein Wählerpotenzial aus, dass man gegeneinander oder mit einer Partei allein nicht erreichen könne".Einen Antrag des CDU-Nachwuchses von der Jungen Union, einen gemeinsamen Unionsrat von CDU und CSU zu schaffen, hatte der Parteitag zuvor gegen den Willen der JU an das Parteipräsidium überwiesen. Dieses soll das Thema nun mit der CSU erörtern. Die JU wollte unter anderem erreichen, dass in dem Gremium nach dem Machtkampf zwischen Söder und Laschet die Kür des nächsten Kanzlerkandidaten vorbereitet wird. JU-Chef Tilman Kuban hatte gewarnt, eine Überweisung komme einer Beerdigung des Antrages gleich.Union bietet Scholz Zusammenarbeit anMerz und Söder boten der Bundesregierung angesichts der Energiekrise erneut ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit an. Es gebe Streit um die Einzelheiten, "aber es ist in einer solchen schweren Zeit auch notwendig zusammenzuarbeiten", sagte Merz. Wenn die Bundesregierung dieses Angebot nicht annehme, "ist es allein ihre Verantwortung".Merz hatte Kanzler Olaf Scholz (SPD) zuletzt mangelnde Kommunikation und Zusammenarbeit mit der Union vorgeworfen. Söder sagte: "Liebe Ampel, lasst euch helfen von Leuten, die von Krisen etwas verstehen." Zuvor hatte er der Regierung Planlosigkeit in der Energiekrise vorgeworfen.

Quelle: arbeitsmarkt | t-online | 10 Sep 2022 | 21:30


Trotz Energiekrise: Zahl der Arbeitslosen steigt nur leicht

Die Zahl der Arbeitslosen ist im August gestiegen. Dennoch sei der Arbeitsmarkt robust, so die Chefin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles.Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im August gegenüber dem Vormonat um 77.000 auf 2,547 Millionen gestiegen. Wie die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg weiter mitteilte, nahm die Arbeitslosenquote um 0,2 Punkte auf 5,6 Prozent zu. Im Vergleich zum August des Vorjahres sank die Zahl der Arbeitslosen um 31.000."Trotz der wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten ist der Arbeitsmarkt robust", sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Andrea Nahles. Die ehemalige SPD-Parteichefin hatte Anfang August ihre neue Position in Nürnberg angetreten und präsentierte erstmals die Statistik der Bundesagentur."Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung haben zwar im August erneut stärker zugenommen als jahreszeitlich üblich", sagte Nahles. "Dies liegt jedoch weiterhin an der Erfassung ukrainischer Geflüchteter." Die Flüchtlinge werden inzwischen nicht mehr über das Asylbewerberleistungsgesetz, sondern über die Grundsicherung erfasst und tauchen damit auch in der Arbeitslosenstatistik auf.Energiekrise zeigt sich noch nicht am ArbeitsmarktDieser Effekt hatte bereits in den beiden Vormonaten die Arbeitslosenstatistik beeinflusst. Für die August-Statistik konnte die Bundesagentur auf Zahlenmaterial zurückgreifen, das bis zum 11. August vorlag.Kaum Einfluss auf den Arbeitsmarkt hat bisher die Energiekrise in Folge des Ukraine-Krieges. Die Zahl der Anzeigen für Kurzarbeit - einer der ersten Indikatoren für Probleme bei Betrieben – betrug den Angaben der Bundesagentur zufolge im August lediglich 36.000.Tatsächlich in Anspruch genommen wurde Kurzarbeit im Juni noch von 259.000 Menschen in Deutschland. Aktuellere Daten liegen derzeit nicht vor. Im April 2020 hatten fast sechs Millionen Deutsche Kurzarbeitergeld erhalten.Hohe Nachfrage nach ArbeitskräftenDagegen bewegt sich die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften weiterhin auf sehr hohem Niveau. Im August waren 887.000 freie Arbeitsstellen bei den Arbeitsagenturen gemeldet, 108.000 mehr als noch vor einem Jahr.Auf dem Ausbildungsmarkt hatten sich von Oktober 2021 bis August 2022 408.000 junge Leute auf der Suche nach einer Lehrstelle bei der Agentur gemeldet. Das sind 13.000 weniger als ein Jahr zuvor. Im August seien davon noch 112.000 junge Frauen und Männer auf der Suche gewesen.Gleichzeitig waren 526.000 Lehrstellen gemeldet, 20.000 mehr als vor einem Jahr. 182.000 waren im August noch unbesetzt. Die Bundesagentur geht davon aus, dass sich die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen und der unversorgten Bewerber bis Ende September noch deutlich reduzieren wird

Quelle: arbeitsmarkt | t-online | 31 Aug 2022 | 10:20


Ökonom schlägt Alarm: "Wir steuern auf eine dramatische Situation zu"

Noch nie haben so viele Menschen wie jetzt in Deutschland gearbeitet. Das aber könnte sich bald ändern.Die Zahl der Erwerbspersonen hat nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) aktuell ihren vorläufigen Höchststand erreicht. Von nun an werde sie kontinuierlich sinken – mit zum Teil erheblichen Folgen für die deutsche Wirtschaft und die Staatskasse.Das geht aus einer Studie des IW-Ökonomen Holger Schäfer hervor, die t-online exklusiv vorliegt. Demnach gab es noch nie so viele Personen in Deutschland, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, rund 46,4 Millionen sind es aktuell.Das Problem: Bei dieser hohen Zahl wird es absehbar nicht bleiben. Der demografische Wandel sorgt dafür, dass schon in den kommenden Jahren deutlich weniger Menschen in Deutschland arbeiten können und werden. Wohlstand ist trotz steigender Löhne bedrohtBis zum Jahr 2035 wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 64 Jahren laut der IW-Prognose um drei Millionen auf dann 50,1 Millionen schrumpfen. Darin berücksichtigt ist bereits eine angenommene Netto-Zuwanderung von jährlich 420.000 Personen bis 2023 und 320.000 Menschen pro Jahr bis 2035.Studienautor Holger Schäfer schlägt deshalb Alarm. "Wir steuern auf eine dramatische Situation zu", warnt er. Noch stärker als jetzt dürften Firmen künftig unter einem Mangel an Fachkräften leiden.Zudem dürften die Staatsfinanzen aufgrund geringerer Steuereinnahmen und höherer Sozialausgaben in die Bredouille geraten. Denn während die Zahl derjenigen, die arbeiten, immer weiter zurückgeht, steigt die Zahl der Rentner deutlich an. Für Arbeitnehmer sind die neuen Zahlen hingegen eher eine gute Nachricht. Die erwartbaren Engpässe am Arbeitsmarkt dürften steigende Löhne zur Folge haben. Schäfer: "Unternehmen konkurrieren um Fachkräfte, da steigt der Preis."Ob sich die Deutschen deshalb aber auch mehr leisten könnten, ist fraglich, da höhere Löhne in der Regel auch steigende Preise nach sich ziehen und fehlende Arbeitskräfte die Wirtschaft insgesamt ins Straucheln bringen könnten. Die Folge dessen: Um den eigenen Lebensstandard zu halten, braucht es wahrscheinlich mehr Geld, "reale" Gehaltszuwächse muss es nicht zwangsläufig geben.Arbeitslosigkeit wird unwahrscheinlicherDennoch gilt, so Schäfer: Die Arbeitslosigkeit wird in Zukunft nicht mehr die Rolle spielen wie zum Beispiel zu Beginn der 2000er Jahre. "Ganz verschwinden wird sie aber nicht", sagt er.Erstens werde es eine kurzweilige Arbeitslosigkeit von einigen Wochen oder Monaten im Zuge eines Jobwechsels weiterhin geben. Zweitens passten die Qualifikationen und Wünsche der Arbeitnehmer nie zu 100 Prozent mit den offenen Stellen zusammen, auch wenn sich rechnerisch ein Ausgleich ergäbe.Schäfer zufolge gibt es vier Stellschrauben, an denen die Politik drehen kann, um bei der bedenklichen Entwicklung gegenzusteuern: Die Anzahl der Erwerbspersonen durch Zuwanderung erhöhen, die Arbeitszeit ausweiten, das Renteneintrittsalter anheben oder den Arbeitsausfall durch technologischen Fortschritt kompensieren."Aber offen gestanden wird keiner dieser Parameter das Problem in kurzer Frist lösen", so der Experte. Zu langwierig und komplex seien die Prozesse für solch gravierende Reformen in der Politik. "Die Zeit läuft uns davon", mahnt er.1,5 Millionen Zuwanderer pro JahrDen größten Hebel sieht der Ökonom bei der Zuwanderung. Um den prognostizierten Rückgang an Arbeitskraft abzufedern, braucht es laut seiner Studie allerdings einen jährlichen Zuwachs von 400.000 Erwerbstätigen. Berücksichtigt man, dass über eine Million Menschen in Deutschland jedes Jahr abwandern, müssten also fast 1,5 Millionen Einwanderer pro Jahr her.Eine immense Zahl, die kaum erreichbar scheint, wie auch ein Blick ins europäische Ausland nahelegt. Der demografische Wandel nämlich ist kein rein deutsches Problem, auch Frankreich macht der Fachkräftemangel in allen Branchen zu schaffen."Deutschland muss für ausländische Fachkräfte deutlich attraktiver werden", fordert Schäfer daher und warnt vor falschen Illusionen: "Es gibt die Annahme, dass im Ausland eine Art Reservearmee von Fachkräften existiert, die nur darauf wartet, in Deutschland arbeiten zu dürfen. Aber das ist ein gewaltiger Irrtum."Sinkende Geburtenraten in OsteuropaInsbesondere für Osteuropäer verliere Deutschland als Einwanderungsland zunehmend an Attraktivität. Durch den wirtschaftlichen Aufstieg der ehemaligen Sowjetstaaten verringert sich das Wohlstandsgefälle zu Deutschland – und der Anreiz zu emigrieren wird kleiner.Zudem haben die Länder selbst mit sinkenden Geburtenraten zu kämpfen: In Polen wird eine Frau im Jahr 2030 nur noch durchschnittlich 1,5 Kinder gebären, in Rumänien 1,7 und in Bulgarien 1,6. Diese Prognosen sind nicht besser als jene für Deutschland, wo 2030 knapp 1,6 Kinder pro Frau zu erwarten sind.Schäfer plädiert deshalb dafür, dass Unternehmen und Politik ihren Blick zunehmend auf Afrika und Asien richten – und ihre Ansprüche an die Zugewanderten stark herunterschrauben.Auch Zuwanderung von unqualifizierten Arbeitern ist notwendig"Wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden, nur noch fertig ausgebildete Fachkräfte nach Deutschland zu holen", so der Ökonom. "Ob qualifiziert oder unqualifiziert: Wir können froh sein, wenn überhaupt genügend Menschen einwandern." Diese könnten auch hier vor Ort noch ausgebildet werden.Eine große Herausforderung auf diesem Weg stellen die bürokratischen Hürden bei der Zuwanderung dar. 2019 hat die Bundesregierung mit einem neuen Gesetz den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt für ausländische Fachkräfte erleichtern wollen, zwei Jahre später jedoch gibt es noch immer zahlreiche Unklarheiten zu Aufenthaltsgenehmigungen und zur Anerkennung von Abschlüssen.Auch IW-Ökonom Schäfer zeigt sich ernüchtert. "Eigentlich haben wir ein liberales Einwanderungsrecht in Deutschland, aber es scheitert an der Umsetzung", sagt er. Sein Credo deshalb: Neben der Zuwanderung sollte es Arbeitsanreize für Menschen geben, die derzeit freiwillig wenig oder gar nicht arbeiten.Arbeitszeit ist individuelle EntscheidungDoch auch hier sollte niemand allzu große Erwartungen haben. "Der Effekt dürfte aber nicht allzu groß ausfallen", sagt Schäfer. Denn die Daten seiner Studie zeigen: Die sogenannte stille Reserve am Arbeitsmarkt ist zum größten Teil schon ausgeschöpft. "Seit Anfang 2021 gibt es wirklich viele Jobangebote, die Arbeitnehmer sind in einer guten Verhandlungsposition", so Schäfer. "Dass sich die Situation nicht entspannt, deutet darauf hin, dass es Probleme bei der Stellenbesetzung gibt."Und doch gibt es weitere Potenziale für den Arbeitsmarkt, die nicht vollständig genutzt werden. Gerade in Deutschland arbeiten viele Menschen, darunter vor allem Frauen, in Teilzeit: 2017 gingen in Westdeutschland 40 Prozent der Frauen einer Teilzeitbeschäftigung nach, in Ostdeutschland waren es 27 Prozent.Der politische Handlungsspielraum, das zu ändern, ist hier allerdings begrenzt. Denn wie lange jemand arbeitet, lässt sich nicht gesetzlich regeln. "Das ist eine individuelle Entscheidung", so Schäfer. Und die größer werdende Arbeitskräfteknappheit stärkt Arbeitnehmer darin, ihre Interessen durchzusetzen – und dazu gehört auch die Verkürzung der Arbeitszeit. "Die Politik muss umdenken und schleunigst Anreize für mehr Stunden setzen."

Quelle: arbeitsmarkt | t-online | 29 Aug 2022 | 8:11


Wie altes Denken den Fortschritt in der Arbeitswelt behindert

Handwerker, Lehrer, Pfleger – Arbeitgeber suchen vergeblich nach Fachkräften. Was hindert uns auf der Suche und was müssen wir umdenken?Der Mangel an Fachkräften ist heutzutage besonders ausgeprägt in der Sozialarbeit, Erziehung, Pflege, in Handwerk und IT, auch in medizinischen und den MINT-Berufen Mathematik-, Ingenieur-, Naturwissenschaften und Technik. Die Fachkräftelücke liegt laut Institut der Wirtschaft über alle Berufe hinweg bei 537.923 offenen Stellen.Zudem droht den Unternehmen eine Kündigungswelle: Der Gallup Engagement Index Deutschland 2021 des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Gallup misst seit 21 Jahren jährlich die Mitarbeiterzufriedenheit der Belegschaften.In diesem Jahr waren nur 17 Prozent der Befragten emotional an ihren Arbeitgeber gebunden – und damit 83 Prozent empfänglich für ein Angebot der Konkurrenz. 40 Prozent hegen Wechselabsichten im nächsten Jahr. Vor der Pandemie waren es nur 27 Prozent.Diese Entwicklungen stellen die bisherigen Spielregeln im Arbeitsmarkt auf den Kopf. Das sollte man zumindest meinen. Doch so schnell geht es dann doch nicht, Menschen legen ihre bisherigen Denkweisen, Gewohnheiten und Erwartungen nicht so leicht ab. Bloß, weil nun überall Stellengesuche auftauchen, heißt das noch nicht, dass Bewerber auch selbstbewusst auftreten und Vorgesetzte plötzlich gut mit ihren Mitarbeitern kommunizieren.Mein Eindruck – und der vieler Experten – ist vielmehr: Es gibt noch viele Unsicherheiten, Ängste und alte Denkweisen, die trotz veränderter Realität unsere Einstellung und unser Verhalten prägen.Die Angst der MitarbeiterWer seinen Arbeitsplatz als sicher einschätzt, egal, ob angestellt oder selbständig, traut sich immer noch trotz Unzufriedenheit mit schlechten Arbeitsbedingungen oder des Wunsches nach beruflicher Weiterentwicklung viel zu oft nicht, nach besser passenden Arbeitgebern zu suchen.Diese Menschen könnten sich Unternehmen zuwenden, in denen Führung auf Augenhöhe gelebt wird, ein kooperatives Arbeitsklima herrscht, die eigenen Potenziale berücksichtigt und gefördert werden. Gerade von Frauen über 50 höre ich jedoch immer wieder den alten Spruch "Über 50 habe ich auf dem Arbeitsmarkt keine Chance mehr". Hier könnten Frauen wie auch Männer selbstbewusster und offensiver auftreten, denn im Arbeitsmarkt bestehen meist deutlich bessere Job-Chancen, als sie vermuten.Oft herrscht bei Mitarbeitern aber auch ein überholtes Anspruchsdenken, mit Vorwürfen und Schimpfen auf "Die da oben", die alles richten und können sollen. Man selbst wüsste schon, wie es besser ginge – anstatt Verantwortung zu übernehmen, indem man Kritik anspricht und auf Veränderung besteht, sich selbst weiterentwickelt – oder eben geht.Was ist aus psychologischer Sicht relevant bei diesem Verharren im Alten? Was könnte helfen, sich anders auszurichten?1. Angst: Tief sitzende Ängste vor Veränderung und vor dem Verlassen vermeintlicher Sicherheiten. Dann wirkt beispielsweise die bisherige unbefristete oder gar Beamtenstelle so verlockend, dass man gar nicht erst nach besseren Arbeitgebern Ausschau hält. Gedanken wie: "Ich lande auf der Straße, wenn ich die Probezeit nicht bestehe", "Mit 55 will mich doch niemand mehr", "Die 11 Jahre bis zur Rente halte ich schon noch durch" bremsen aus.Was hier helfen kann:Einschränkende Glaubensmuster bewusst machen und durchbrechen: Sind diese Gedanken, die mich hindern, eigentlich realistisch? Wie könnten sie anders lauten?Gedanklich in die "schlimmste" Zukunft reisen: Was wäre das Allerschlimmste, was passieren könnte, wenn die neue Stelle nicht passt? Malen Sie es sich probeweise lebhaft aus – Sie werden herausfinden, dass selbst das gar nicht so schlimm ist, wie sie vorher dachten. Ängste werden kleiner, wenn man sie konkret ansieht.2. Selbstwert und Self Care: Ich erlebe oft, dass Menschen den Schaden unterschätzen, den ein toxisches Arbeitsumfeld anrichtet. Sie sagen: "Ach, das halte ich schon aus" oder "Ich muss da jetzt durch". Dabei ignorieren sie, wie sensibel ihre Psyche und ihr Körper als Einheit auf Dinge reagieren, die gegen das eigene Streben gehen.Wenn die Chefin den Wunsch nach weniger Überstunden ohne guten Grund ignoriert, wenn der Vorgesetzte in jedem zweiten Meeting cholerische Anfälle auslebt und reihum jeder im Raum mal angebrüllt wird, dann ist die Lebenszeit dafür eigentlich zu kurz und die eigene Gesundheit zu wertvoll.Das kann Ihnen helfen:Selbstwert: Wie wichtig bin ich mir? Wie schadet es mir körperlich und psychisch, wenn ich in einem schädlichen Arbeitsumfeld verharre? Darf ich diesen Schaden in Kauf nehmen, auch angesichts der Fragilität von Gesundheit? Was ist mit mir später, wenn ich schon etwas älter und die Kräfte noch begrenzter sind?Was bedeutet es für mich, gut für mich sorgen? Welchen Ausgleich habe ich? Reicht dieser zur Regeneration? Stabilisiert mich mein soziales Umfeld und mein Gesundheitsverhalten genug? Oder ist längst eine Grenze erreicht, die ich aus Angst vor Veränderung nicht sehen will?3. Geschlechtergerechtigkeit: Wir reden davon, doch noch immer sind Frauen in deutlich geringerem Umfang berufstätig. Alte Rollenbilder stehen modernem Arbeiten im Wege.Frauen, natürlich auch Männer, können sich fragen:Wie will ich arbeiten, auch wenn ich keine Kinder (mehr) zuhause habe – oder keinen Versorger an meiner Seite?Was bedeutet mir Selbstverwirklichung im Beruf?Was sind meine Forderungen im Bezug auf flexible Arbeitszeiten an meinen Arbeitgeber?Die Angst der ArbeitgeberAuch Arbeitgeber oder Auftraggeber halten an Altem fest, aus Angst stecken sie den Kopf in den Sand – schließlich kommt der aktuelle Fachkräftemangel nicht aus dem Nichts. Viele finden immer noch, die Angestellten müssten spuren.Dahinter steckt auch eine Angst: Es könnte unbequem für mich werden, ich könnte infrage gestellt werden. Arbeitgeber setzen auch lieber auf jüngere Bewerber mit vermeintlich besserer Arbeitskraft und denken, dass sie damit auf Nummer Sicher gehen – und unterschätzen die Kompetenzen älterer, erfahrener Arbeitskräfte und vernachlässigen besondere Zielgruppen.Ich habe mit Stefan Dietz über die Thematik gesprochen, er ist Unternehmer und Buchautor von "Glücksfall Fachkräftemangel" (Campus). Seine These lautet, dass der Leidensdruck die Arbeitswelt besser macht, denn Unternehmen bemühen sich künftig stärker um Mitarbeiter. Schlechte Führungskräfte haben ausgedient und Menschen lassen sich weniger gefallen, werden intensiver umworben.1. Mainstream-Fokussierung: Er kritisiert, dass der Fokus nach wie vor auf den "Mainstream"-Bewerbern liegt: jung, gut ausgebildet, lückenloser Lebenslauf. Arbeitgeber sollten sich aber seiner Meinung nach auch auf ganz andere Zielgruppen und deren Bedürfnisse konzentrieren: "Wir brauchen mehr Quereinsteige-Optionen, Ausbildung 50 plus, spezielle Förderung für bestimmte Gruppen von Menschen, die besondere Arbeitsbedingungen brauchen, wie etwa Hochsensible oder Menschen mit autistischen Merkmalen".Arbeitgeber können sich fragen:Habe ich Vorbehalte gegenüber Menschen, die nicht in mein Bild von Mainstream passen?Wie stehe ich zum Beispiel zu Einwanderern? Bin ich bereit, mich mit Sprachbarrieren, anderer Arbeitskultur und zum Bedarf passenden Fortbildungsangeboten auseinanderzusetzen? Welche Vorbehalte habe ich gegenüber diesen Menschen? Wovor habe ich Angst und wie kann ich diese Angst entkräften?2. Respektvoller Umgang: Immer noch gibt es Organisationen, in denen zu wenig Wert auf ein respektvolles Arbeitsklima gelegt wird, in dem Mobbing vorgebeugt, Grenzen jederzeit geachtet werden und verbale oder physische Übergriffe, die meist gegenüber Frauen stattfinden, sofort Konsequenzen haben. Fehlt dies, so spricht es sich herum und sorgt natürlich dafür, dass sich Arbeitssuchende fernhalten.3. Teilzeit: Außerdem wird Teilzeit viel zu oft als zweitrangig betrachtet.Hier könnten Arbeitgeber:Erfahrungen und Studienergebnisse recherchieren, um Sicherheit zu gewinnen; sowie natürlich mehr Gespräche mit Teilzeitarbeitswilligen führen.sich fragen, was sie als Arbeitgeber dafür tun, um ihre Arbeitsplätze für Eltern bzw. Frauen attraktiver zu machen, etwa mit flexiblen Arbeitszeiten und Kinderbetreuungsmöglichkeiten.4. Rentenalter: Auch gehen Arbeitgeber immer noch davon aus, dass Leute früh in Rente gehen wollen. Doch wenn geeignete Rahmenbedingungen da wären, würden viele gerne noch länger arbeiten und dies als sinnstiftend erleben, ganz ohne Zwang zu Überstunden oder weiterer Erhöhung des Rentenalters. Auf die Frage, ob man weiterarbeiten will, obwohl man es beispielsweise nach einem Lottogewinn nicht mehr müsse, antworten bei der oben erwähnten Gallup-Studie 61 Prozent mit "Ja".Hier können Arbeitgeber flexible Arbeitsformen für längere Beschäftigung mit den weiter Arbeitswilligen ersinnen. Auch freiberufliche oder nebenberufliche Tätigkeiten sollten als attraktive Option mitgedacht werden.Auch die Rolle jahrzehntelang erfahrener Mitarbeiter kann jetzt anders gestaltet werden: etwa als Mentor, Berater oder pädagogischer Begleiter von jungen Berufseinsteigern.Fragen an sich selbst: Wie bewerte ich ältere Mitarbeiter? Was sind meine Kriterien, um Arbeitskraft einzuschätzen? Sind diese Kriterien vielleicht überholt? Übersehe ich dabei Potenziale?Wie stehe ich selbst zum Älterwerden und den dazugehörigen Veränderungen meiner Rolle?5. Mitarbeiterbindung: Eine starke emotionale Bindung sorgt dafür, dass die Beschäftigten ihren Arbeitsplatz nicht aufgeben möchten. Außerdem würden sie ihr Unternehmen auch deutlich häufiger als Arbeitgeber empfehlen (77 Prozent), als Beschäftigte ohne emotionale Bindung (drei Prozent).Wie kann ich als Arbeitgeber meine Mitarbeiter positiv binden? Wie baue ich neben Geld als Anreiz auch eine gute Beziehung auf? (Wie) Kommuniziere ich genug? (Wie) Verhandeln wir die Bedürfnisse aller Beteiligten und kommen zu zufriedenstellenden Ergebnissen?Diese Kompetenzen baut man nicht "schnell mal so auf". Dafür braucht es tiefgehende persönliche Entwicklung, in der Regel professionell begleitet, um langfristig erfolgreich zu sein, zum Beispiel mit einem berufsbezogenen Coaching oder nachhaltigen Kommunikationstrainings, die auch den nachfolgenden Praxistransfer mit Follow-up-Formaten sichern.Das Verharren der Politik und anderer EntscheiderAuch die Politik kann durch andere Rahmenbedingungen dazu beitragen, dass die Menschen leichter auf die Art und an dem Ort arbeiten können, der ihnen entspricht. Hier ist noch viel zu tun.Dazu nochmal Stefan Dietz: "Der Arbeitsmarkt und viele Akteure gehen von der Vollzeitbeschäftigung als Normalfall aus. Dabei sind Selbständigkeit, Freiberuflichkeit und Projektarbeit für viele Menschen die flexibleren und attraktiveren Modelle. Regeln, Gesetze und Gewohnheiten hinken hier noch weit hinterher".Ebenso in der Schule, in der Ausbildung, im Studium: Hier werden zum Beispiel in technischen Fächern die theoretischen Grundlagen oft so hoch gehängt, dass viele potenziell leistungsfähige Talente gar nicht erst beispielsweise über die Matheprüfungen hinaus und bis zur praktischen Tätigkeit kommen. Wissen wird überbetont – zum Können kommt es dann nicht.Arbeiten mit Sinn und LiebeOrganisationen, die eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit aufweisen können, Menschen als Persönlichkeit sehen, wertschätzen und ihre Entwicklung fördern – und damit auch Sinn bieten –, werden in Zukunft genug Mitarbeiter haben und die Gewinner der aktuellen Krise sein.Mike Fischer, ein ungewöhnlicher und äußerst erfolgreicher Unternehmer aus Gera, der regelmäßig Preise für gute Mitarbeiterführung gewinnt und seinen Mitarbeitern beste Bedingungen für persönliche Entfaltung im Rahmen der Arbeit bietet, tut das seit langem.Der Titel eines seiner Bücher lautet "Erfolg hat, wer mit Liebe führt" (Campus) und das sagt schon fast alles. Seit er "Liebe" als zentralen Baustein in seine unternehmerische Philosophie integriert hat und alle in seinen Unternehmen über egoistische Motive hinausgehen, entwickelt sich eine Dynamik, die ihm nicht nur genug Bewerbungen und Mitarbeiter einbringt, sondern auch noch zu unternehmerischen.Ulrike Scheuermann ist Diplom-Psychologin und Bestsellerautorin. Seit 25 Jahren hilft sie Menschen dabei, ihr Leben mit modernsten Methoden der Psychologie innerlich frei und ohne Blockaden besser und gesünder zu gestalten. Ihre Self-Care- und Coaching-Programme finden in ihrer Akademie in Berlin und online statt.

Quelle: arbeitsmarkt | t-online | 26 Aug 2022 | 14:25


Fachkräfte aus der Ukraine | "Die deutsche Bürokratie zu verstehen, ist wirklich schwierig"

Menschen aus der Ukraine könnten den Fachkräftemangel lindern. Doch es gibt große Hürden – zum Beispiel die deutsche Bürokratie.Wenn Viktoriia Kramarova von ihrer Heimat erzählt, spricht sie noch leiser als sonst. Sie kramt in einem grauen Rucksack und holt ihr Handy hervor. Manches kann man nicht aussprechen, nur zeigen. Aus dem Video, das sie nun abspielt, klingt die Stimme ihres Vaters, er sagt etwas auf Ukrainisch, im Hintergrund hört man seine Schritte.Die Räume, durch die er streift, waren einst das Zuhause der Familie Kramarova. Nun ist der fünfte Stock des Hochhauses zerstört, der Putz abgeplatzt, die Wände sind aschgrau, Fenster und Türen fehlen. Kramarova beißt sich auf die bebende Unterlippe, ihre Augen füllen sich mit Tränen. "Meine Eltern und ich wurden von den Explosionen aus dem Schlaf gerissen", erzählt sie. "Ich bin einfach nur froh, dass meine Familie, meine Freunde am Leben sind."Entstanden ist die Aufnahme in der ukrainischen Stadt Charkiw, 2.380 Kilometer entfernt von dem Ort, wo die 22-Jährige jetzt sitzt: Walldorf in Baden, ein Städtchen, in dem kaum mehr als 15.000 Einwohner leben – und Deutschlands wertvollstes Unternehmen SAP seinen Hauptsitz hat. Dort arbeitet Viktoriia Kramarova seit Mai als IT-Spezialistin.Mit ihrem Bachelorabschluss in System Engineering hat sie genau jene Qualifikation, die in Zeiten des Fachkräftemangels so dringend gesucht wird: Laut einer Erhebung des Branchenverbandes Bitkom waren allein im vergangenen Jahr 96.000 Informatiker-Stellen unbesetzt.SAP hat deshalb bereits im März, nur wenige Wochen nach Beginn der russischen Angriffe auf die Ukraine, überlegt, wie man offene Stellen mit Geflüchteten besetzen könnte. "Wir haben sofort erkannt, dass das hier eine Chance für beide Seiten ist", sagt Sprecher Thomas Leonhardi. Neue Jobs habe man zwar nicht geschaffen, aber den Zugang zu den bestehenden erleichtert."Dazu haben wir eine Plattform in Englisch und Ukrainisch aufgesetzt, auf der sich die Bewerberinnen und Bewerber über SAP und unsere Vakanzen informieren können." Insgesamt 26 Stellen habe SAP so mit geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainern besetzen können, knapp 1.000 Bewerbungen habe es gegeben.Das ukrainische Silicon ValleyKramarova kennt sich aus mit Computern und Coding, das Programmieren komplexer IT-Anwendungen ist für sie Alltag. Die Ukraine ist bekannt für ihre top ausgebildeten IT-Fachleute. "Ich schätze, gut 70 Prozent meiner Freunde arbeiten auch als Software-Spezialisten", erzählt Kramarova auf Englisch. "Diese Jobs sind wahnsinnig beliebt in der Ukraine."Das gilt besonders für ihre Heimatstadt Charkiw, das viele das ukrainische Silicon Valley nennen. Vor dem Krieg waren dort 450 IT-Firmen niedergelassen, die mehr als 25.000 IT-Fachkräfte beschäftigten. Wie Viktoriia Kramarova sind viele von ihnen in die Westukraine oder die Europäische Union geflohen. Theoretisch können sie von überall arbeiten, die Sprache der Codes ist universell.Können also ukrainische Computerexperten wie Kramarova das Fachkräfteproblem lösen?Bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gibt man sich in dieser Frage eher zurückhaltend. In der Regel hätten Geflüchtete einen befristeten Aufenthaltstitel aus humanitären Gründen. "Ob Fachkräfte, übrigens nicht nur aus der IT-Branche, dauerhaft dem deutschen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, hängt von den weiteren, auch politischen Entwicklungen sowie den individuellen Wünschen und Voraussetzungen der Geflüchteten ab", sagt ein BA-Sprecher auf t-online-Anfrage. Auch Viktoriia Kramarova möchte zurück in die Heimat, wenn der Krieg vorbei ist. "Aber es ist schwer zu sagen, wann das sein wird."Zum aktuellen Zeitpunkt ist außerdem unklar, wie viele IT-Fachkräfte aus der Ukraine überhaupt in Deutschland ankommen. Angaben zu Bildungsabschlüssen seien bislang noch nicht ausreichend erfasst. "Die genaue Anzahl von IT-Fachkräften zu ermitteln, könnte aber auch deshalb schwierig werden, weil viele sich direkt bei den Unternehmen melden und nicht über die Jobcenter vermittelt werden", heißt es von der Arbeitsagentur. "Da hilft, dass viele gut Englisch sprechen oder von Privatpersonen bei der Jobsuche unterstützt werden."Eine Chance für den ArbeitsmarktUnd doch: Grundsätzlich rechnen die Arbeitsmarktexperten durchaus mit mehr Zuwanderung von gut ausgebildeten Personen aus der Ukraine. "Dies kann als eine Chance für den deutschen Arbeitsmarkt gesehen werden." Dabei komme den Arbeitgebern eine besondere Bedeutung zu. Soll heißen: Wer gute Leute will, die in Deutschland neu anfangen, muss sich um sie auch bemühen. So wie SAP.Bei Kramarova war das jedoch nicht nötig. Sie ist nicht über das Bewerberportal auf SAP aufmerksam geworden, ihre Geschichte nimmt einen kleinen Umweg. Er beginnt mit einem Zufall: Als sie mit ihrer Mutter in Deutschland ankommt, veröffentlicht sie einen Beitrag bei Facebook, über den sie Unterschlupf bei einer Sozialarbeiterin in Kassel findet. Über eine Freundin dieser Sozialarbeiterin wiederum gelangt Kramarovas Lebenslauf schließlich zu SAP und ihrem jetzigen Chef."Nach dem Vorstellungsgespräch bekam ich die Nachricht, dass sie mich anstellen wollen", sagt Kramarova und lächelt schüchtern. Die zierliche Frau sitzt in einem schlichten Besprechungsraum, ihre schwarzen Haare fallen in langen Wellen über ihre Schultern.Ihre Arbeitsumgebung, Walldorf, der Firmencampus sind ihr inzwischen vertraut. Seit nunmehr zwei Monaten arbeitet Kramarova in Gebäude Nummer 8 des IT-Parks. Ein grauer Betonklotz aus den 70er Jahren, das allererste Büro auf dem Betriebsgelände in Walldorf.Wo SAP-Gründer Dietmar Hopp einst den Grundstein für den Unternehmenserfolg legte, tüftelt die 22-Jährige nun an Programmen, damit die SAP-Programme auf den Bildschirmen der Kunden übersichtlich aussehen. Unter anderem sorgt sie dafür, dass sich hinter jeder bunten Schaltfläche die richtige Funktion verbirgt.Fragt man Kramarova, wie man sich ihren Alltag als Frontend-Entwicklerin vorstellen kann, klingt ihre Antwort fast lapidar: "Ich schreibe den ganzen Tag lang Codes." Ihr gefalle der Moment, wenn die endlos langen Reihen von Buchstaben, Zahlen und Zeichen sich plötzlich zu einer App visualisierten. "Ich arbeite nicht nur mit Daten, ich designe auch."Parallel ein Masterabschluss in System EngineeringNach Feierabend ist Kramarova damit beschäftigt, für ihren Master in System Engineering zu lernen. Das Studium hat sie bereits im vergangenen Jahr in Charkiw begonnen. "Von Februar bis April konnte ich nicht studieren", erzählt sie. "Aber dann wurde die gesamte Ausbildung ins Digitale verlegt. Meine Dozenten schicken mir regelmäßig Aufgaben, die bearbeite ich dann nach Feierabend und schicke sie per Mail zurück."Die Bundesagentur für Arbeit vermittelt die Geflüchteten vorrangig in Integrationskurse und berufsbezogene Sprachkurse, um die "nicht oder nur eingeschränkt vorhandenen deutschen Sprachkenntnisse" zu verbessern. Oft sind solche Kurse auch nötig. Laut SAP-Sprecher Leonhardi sei die größte Hürde bei der Einstellung von Geflüchteten tatsächlich die Sprache.SAP ist in der Ukraine kaum bekannt"Wir setzen nicht voraus, dass jemand Deutsch kann", sagt er. "Aber ein gewisses Niveau in Englisch muss ein Bewerber oder eine Bewerberin mitbringen, sonst wird es im täglichen Zusammenarbeiten einfach schwierig."Schwierig für die deutsche Wirtschaft ist allerdings auch, dass viele der Neuankömmlinge die Firmen hierzulande kaum kennen. Obwohl SAP zu den wertvollsten Unternehmen Deutschlands zählt, hatte Viktoriia Kramarova in der Ukraine noch nie davon gehört. Das Land ist für den Softwarekonzern nicht allzu bedeutend, die meisten Entwickler sitzen in Deutschland, den USA oder Indien. Lediglich ein kleines Büro unterhält SAP in Kiew.Buddy-Programm soll bei der Integration helfen"Sehr überrascht, aber im positiven Sinne" sei Kramarova gewesen, als sie dann am 2. Mai ihren ersten Arbeitstag am Stammsitz in Walldorf hatte. Allein die Größe des Firmengeländes habe sie überwältigt. "Hier gibt es alles: eine Sparkasse, einen Friseur, ein Fitnessstudio. Im Grunde genommen könnte man hier leben." 14.000 Menschen arbeiten auf dem Betriebsgelände. Eine IT-Enklave südlich von Heidelberg.Um neuen Mitarbeitern das Ankommen im Job zu erleichtern, gibt es bei SAP seit einigen Jahren ein sogenanntes Buddy-Programm. Das Prinzip: Ein bestehender Mitarbeiter kümmert sich um den neuen, ist für Fragen ansprechbar und sorgt dafür, dass er sich gut einfindet. "Vor allem für die Ukrainerinnen und Ukrainer ist das eine große Unterstützung", so Thomas Leonhardi.Gegenseitige UnterstützungDie geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer werden bei SAP speziell mit ukrainischen Kollegen, die schon vor dem Krieg im Unternehmen gearbeitet haben, vernetzt. Ein ukrainischer Mitarbeiter koordiniert das Programm und organisiert regelmäßig gemeinsame Mittagessen in einer der Betriebskantinen auf dem Gelände.Für Kramarova ist es ein wenig Vertrautheit, mit anderen Ukrainern sprechen zu können, erzählt sie. Von einer ukrainischen Kollegin hat sie Hilfe bei der Wohnungssuche erhalten, konnte nach den Besichtigungen bei ihr übernachten.Am Ende ist sie bei einer französischen Familie mit zwei kleinen Kindern im Nachbarort St. Leon-Rot untergekommen. Dort hat sie ein eigenes Zimmer. Die Mutter arbeitet ebenfalls bei SAP. Miete verlangen ihre Gasteltern nicht von Kramarova. "Es ist ihnen sehr wichtig, Ukrainern zu helfen", erzählt sie. Dafür sei sie sehr dankbar. "Insbesondere bei den administrativen Sachen brauche ich Unterstützung. Die deutsche Bürokratie zu verstehen, ist wirklich schwierig."Was sie damit auch meint: Im Vergleich zu ihrer Heimat wirkt in Deutschland manches antiquiert. Bevor sie in Walldorf ankam, habe sie noch nie Briefe von einer Behörde erhalten, so Kamarova. "Alles war digital in der Ukraine, persönliche Termine bei Ämtern brauchte man fast nie."Mit ihrer Gastfamilie, die Englisch, Deutsch und Französisch spricht, versteht sich Kramarova gut. Oft wird gemeinsam gegessen oder abends gegrillt. Lustig sei es bisweilen, sagt sie. Beginnt sie bereits, sich in Deutschland zu Hause zu fühlen? "Nein", sagt sie leise und schüttelt den Kopf. Zu sehr beschäftigt sie der Krieg daheim, zu groß sind die Sorgen um ihre Familienangehörigen, die noch immer in der Ukraine leben.Hoffen auf einen unbefristeten VertragSAP bietet für die Geflüchteten auch anonyme psychologische Beratung durch Fachleute an. Außerdem können sie kostenlose Rechtsberatung, Gesundheitsberatung, Sprachkurse sowie Weiterbildungen in Anspruch nehmen. Auf einem internen Portal sind alle Angebote gebündelt.Aktuell ist die Stelle von Viktoriia Kramarova auf sechs Monate befristet. "Natürlich ist das Ziel für befristete Verträge, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einen entfristeten Vertag zu bekommen", so Leonhardi von SAP. Hierzu müssten allerdings erst neue Stellen genehmigt werden. Angesichts der abkühlenden Konjunktur hat SAP erst im Juli einen Einstellungsstopp verhängt, Neueinstellungen sollen ins nächste Jahr verschoben werden."Ich hoffe sehr, dass ich weiterhin bei SAP arbeiten kann", sagt Viktoriia Kramarova. Als sie am Bahnsteig von Charkiw in ein neues Leben aufgebrochen ist, sei es nur darum gegangen, sich und ihre Mutter in Sicherheit zu bringen. Wer hätte ahnen können, wie viel Glück sie inmitten all des Unglücks haben würde? Auf Kramarovas T-Shirt steht "As beautiful as possible". Sie hat es in Deutschland gekauft.

Quelle: arbeitsmarkt | t-online | 22 Aug 2022 | 10:31


Lehrlingsproblem: Wenn alle nur noch Influencer werden wollen

Der Wirtschaft gehen die Lehrlinge aus. Ein Grund: falsche Vorstellungen vom späteren Job. Der Dax-Konzern Continental diskutiert Wege aus der Misere.Vor 20 Jahren wollten sie noch "Superstar" werden, der gleichnamigen Castingshow sei Dank. Heute, in Zeiten von Instagram und Tiktok träumen viele Jugendliche dagegen von anderen Berufen:Influencer zum Beispiel, Personen also, die im Netz Millionen erreichen und mit Produktwerbung ihr Geld verdienen. "Andere wünschen sich, im E-Sports-Geschäft durchzustarten. Die wollen ihren Lebensunterhalt mit Computerspielen verdienen", sagt Hanno Gieseke. "Manch einer lebt da echt in einer digitalen Blase."Aktueller Kurs: Wo steht die Continental-Aktie gerade?Natürlich wirken derlei Sätze sehr pauschal, womöglich übertrieben. Und doch sind Anekdoten wie diese nicht aus der Luft gegriffen. Hanno Gieseke nämlich ist Leiter der Ausbildung beim Dax-Konzern Continental, bekannt für seine Reifen und Zulieferteile für die Autoindustrie.Fehlende Wertschätzung für FacharbeiterDie Suche nach geeigneten Lehrlingen wird für ihn und seine Kollegen immer schwieriger – und Geschichten wie die vom Traumberuf Videospieler hat er nicht zum ersten Mal gehört. "Jobs in der Industrie sind für viele sehr weit weg", sagt er. "Die Corona-Krise hat da nicht geholfen: Es kamen viel weniger Praktika zustande, weniger junge Leute kamen mit uns und anderen großen Unternehmen in Berührung."Das jedoch dürfte nur eine Ursache sein. Ein anderer Grund liegt womöglich im Ansehen mancher Berufe, wie Continental jetzt in einer repräsentativen Meinungsumfrage des Forschungsinstituts Yougov herausgefunden hat.Demnach ist eine Mehrheit in Deutschland der Ansicht, dass Facharbeiter und ihre Berufe zu wenig Wertschätzung erhalten. 59 Prozent der Befragten bezeichneten die Wertschätzung als nicht angemessen oder eher nicht angemessen.Noch 100 Stellen bei Continental offenEine klare Mehrheit der Befragten im Alter von 16 bis 22 Jahren gab zudem an, ein Studium anzustreben (42 Prozent). Eine Berufsausbildung zogen hingegen deutlich weniger (27 Prozent) der jungen Menschen in Betracht.Doch der Fachkräftemangel drängt – als wirksamstes Mittel dagegen sehen die Teilnehmer der Umfrage eine bessere Bezahlung (37 Prozent), flexiblere Arbeitsbedingungen (23 Prozent) sowie mehr gesellschaftliche Anerkennung (22 Prozent).Bei Continental sind derzeit erst rund 450 von etwa 550 Ausbildungsplätzen besetzt. Und das, obwohl das Ausbildungsjahr in Kürze beginnt. Besonders groß sei die Not in technisch-gewerblichen Berufen: "Da haben wir wirklich sehr, sehr viele offene Stellen", so Gieseke."Es muss nicht jeder Abitur haben"Conti-Personalchefin Ariane Reinhart räumte ein, die deutsche Großindustrie trage eine Mitverantwortung an dieser Lage, weil die Ansprüche der Arbeitgeber lange zu hoch waren. "Wir haben immer von der eierlegenden Wollmilchsau geträumt", sagte sie auf Nachfrage t-online. "Das geht heute nicht mehr."Ihre Lösung: flexibler werden, sowohl beim Alter als auch beim Aufbau der Ausbildung. "Es müssen nicht alle Lehrlinge zwischen 16 und 20 Jahre alt sein", sagte sie. "Bei uns ist der älteste gerade 64. Auch das geht."Auch zeigte sie sich offen dafür, die Ausbildung in verschiedene Lehrmodule einzuteilen, für die es dann auch einzelne Zertifikate geben könnte. Nicht zuletzt die Berufsschulen müssten durch eine bessere Ausstattung und höhere Lehrqualität an das Niveau der Universitäten und Fachhochschulen herankommen.Zudem müsse die grundsätzliche Wertschätzung für Ausbildungsberufe steigen. Dafür brauche es vor allem entsprechende Diskussionen in den Familien, so Reinhart: "Es muss nicht jeder Abitur haben. Die Ausbildung, der Meistertitel sorgen später zum Teil für deutlich bessere Jobaussichten – und oft für gleich viel oder sogar mehr Gehalt."

Quelle: arbeitsmarkt | t-online | 17 Aug 2022 | 19:09


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